Die bestehenden Tragstrukturen des Gebaeudes fuer zeitgenoessische Kunst in Genf, die zwischen 1939 und 1966 errichtet und im Laufe der Zeit regelmaessig umgebaut wurden, befinden sich in gutem Zustand. Sie repraesentieren einen Teil der Baugeschichte des 20. Jahrhunderts mit praegenden Innovationen wie Pilzdecken, vorfabrizierten Rippenplatten und vorgespannten Stahlbetondecken. Da diese Tragwerke urspruenglich fuer industrielle Nutzlasten ausgelegt wurden, verfuegen sie fuer die museale Nutzung ueber ausreichende Tragreserven.
Die Eingriffsstrategie in die Struktur basiert auf drei Grundprinzipien: minimale Eingriffe, Nutzung der vorhandenen Tragreserven und Schaffung flexibel nutzbarer Raeume. Zwei neue Kerne werden erstellt – ein neues Treppenhaus mit Aufzug und ein neuer Lastenaufzugsschacht. Das Ausschneiden von Oeffnungen in den vorgespannten Decken ist moeglich, da es sich um eine Verbundvorspannung handelt. An der Schnittstelle zwischen den beiden Gebaeuden wird die Trennwand teilweise durch ein Wandscheibensystem ersetzt, das mit den bestehenden Fassadensauelen verbunden ist, um im Erdgeschoss einen grosszuegigen Raum zu schaffen. An der Rue des Vieux-Grenadiers wird die in den Jahren 1957 und 1965 hinzugefuegte Galerie teilweise entfernt, um die zweigeschossige Eingangshalle zu schaffen und das urspruengliche Raumvolumen wieder sichtbar zu machen. Im 4. Obergeschoss ermoeglicht der Ersatz von vier Saeulen durch zwei vorgespannt bewehrte Betontraeger die Einrichtung des Mehrzwecksaals. Aussen werden die bestehenden Metalltreppen angepasst und bis zur neu begehbaren Dachflaeche verlaengert.
Zur Einhaltung der Brandschutzanforderungen von REI 60 fuer Waende und Decken sowie R 60 fuer Saeulen werden die Stahltragwerke mit einer intumeszenten Beschichtung versehen, um die geforderte Feuerwiderstandsdauer zu erreichen und gleichzeitig das bestehende Erscheinungsbild zu bewahren. Die horizontale Aussteifung der Gebaeude erfolgt durch die neuen Treppen- und Aufzugskerne, die bestehenden Stahlbetonrahmen sowie die Scheibenwirkung der Decken und die strukturelle Verbindung beider Gebaeudeteile. Der Erdbebennachweis erfolgt mittels Antwortspektrummethode und erlaubt eine gezielte Begrenzung der Eingriffe.
Die Fassaden des BAC sind auf der Suedseite verputzt und auf der Nordseite in Sichtbeton ausgefuehrt. Sie weisen witterungsbedingte Schaeden wie Risse, Karbonatisierung und Alkali-Kieselsaeure-Reaktion auf. Die geplante Fassadensanierung ist so ausgelegt, dass das historische Erscheinungsbild erhalten bleibt.
Bauherrschaft
Stadt Genf
Abteilung fuer BaudenkmaelerArchitekten
Kuehn Malvezzi, Berlin
CCHE, GenfBau- und Fassadeningenieur
INGPHI SA, Lausanne
Erbrachte Leistungen
Projektwettbewerb (Sieger)
Phasen 31, 32, 33Projektzeitraum
Laufend













