Das Erweiterungsprojekt der Primar- und Sekundarschule von Le Chenit ist Teil einer Strategie zur Zentralisierung der Schulstandorte im Vallée de Joux. Der Standort „Chez-le-Maître“ umfasst den teilweisen Abbruch bestehender Gebäude sowie den Neubau eines Bauwerks, das an das bestehende Schulgebäude anschliesst und eine funktionale sowie räumliche Kontinuität des Schulkomplexes gewährleistet.
Das Raumprogramm umfasst Sportinfrastrukturen und Unterrichtsräume. Im Erdgeschoss befinden sich hauptsächlich Sportanlagen, darunter eine Turnhalle, ein Propriozeptionsraum und ein Dojo sowie eine Mensa. Im Untergeschoss sind Garderoben, Technikräume und ein Geräteraum untergebracht. Die Obergeschosse enthalten die Unterrichtsräume mit insgesamt fünfzehn Klassenzimmern und sechs Spezialräumen für die heutigen und zukünftigen pädagogischen Anforderungen.
Das Tragwerkskonzept basiert auf einem rationellen und nachhaltigen Ansatz mit Schwerpunkt auf der Verwendung von lokalem Holz aus Gemeindewäldern. Die Struktur kombiniert einen Stahlbetonsockel mit Untergeschoss, einer Fundamentplatte von rund 3’000 m² sowie vertikalen Erschliessungskernen und ausgewählten Wänden mit einer Holzkonstruktion in Brettschichtholz und Brettsperrholz in den Obergeschossen. Die Holzdecken bestehen aus Balkenlagen in Kombination mit CLT-Platten, wirken im Verbund und werden durch eine Kiesschüttung ergänzt, um die geforderten akustischen Eigenschaften zu gewährleisten.
Das Tragwerk basiert auf Betonwänden und einer Holzkonstruktion und gewährleistet eine effiziente Lastabtragung. Die horizontale Stabilität wird durch Stahlbetonkerne sowie durch Aussteifungssysteme sichergestellt, insbesondere in den Fassaden bei grossen Spannweiten der Sporthalle.
Die Fassaden sind in Abstimmung mit dem Tragwerk entwickelt und zeigen eine zurückhaltende Architektur, inspiriert vom industriellen Charakter der Region und ihrer uhrmacherischen Tradition. Die Wiederholung der Fassadenelemente erzeugt einen regelmässigen Rhythmus, der an Produktionsgebäude erinnert. Die Rohmaterialien Holz und Stahl unterstreichen den funktionalen Ausdruck. Holzelemente bringen Wärme, während die Holzdetails die industrielle Erscheinung auflockern.
Die Realisierung erfordert umfangreiche Erdarbeiten mit einem Aushubvolumen von rund 24’000 m³. Die Baugrubensicherung erfolgt mittels vernagelter Wände und Berliner Verbau in Bereichen mit beengten Platzverhältnissen, während Böschungen angelegt werden, wo dies möglich ist.
Die Bauarbeiten erfolgen im laufenden Betrieb, da die Schule während der gesamten Bauzeit genutzt wird, was eine spezifische Bauphasenplanung erfordert.
Das Projekt beinhaltet zudem perspektivische Elemente, insbesondere die Möglichkeit einer späteren Einrichtung eines Multisportbereichs auf dem Dach der Sporthalle sowie eine Strategie zur Nutzung von lokalem Holz zur Stärkung der regionalen und ökologischen Verankerung.
Bauherrschaft
Commune du Chenit
Architekt
Localarchitecture sàrl, Lausanne
Bauleitung und Gesamtprojektleitung
Pragma Partenaires SA, Yverdon-les-Bains
Bauingenieur und Fassadenplaner
INGPHI SA, Lausanne
Erbrachte Leistungen
Projektwettbewerb, Vorprojekt, Bauprojekt, Auflageverfahren, Ausschreibungsverfahren (Laufend), Ausführungsprojekt, Ausführung der Bauarbeiten, Inbetriebnahme
Technische Daten
Holztragwerke, grosse Spannweiten, Holzfassaden, Fokus Holzbau
Realisierungszeitraum
2024 – 2028












