Das bis 2030 geplante Zentrum für Physikalische und Mathematische Wissenschaften (CSPM) wird ein bedeutendes Zentrum für Lehre, Forschung und Innovation darstellen. Es soll einen wesentlichen Teil der Aktivitäten der Universität Genf in den Bereichen Physik und Mathematik aufnehmen und moderne Infrastrukturen für interdisziplinäre Zusammenarbeit und Forschung auf höchstem Niveau bereitstellen.
Der Komplex besteht aus zwei Hauptgebäuden: einem 21-geschossigen Turm mit einer Höhe von 84 m über Terrain für Büros und Laboratorien sowie einem viergeschossigen Unterrichtsgebäude. Beide Baukörper stehen auf einem gemeinsamen Untergeschoss und sind durch eine grossflächige Tragkonstruktion in Form eines Trägerrosts auf Erdgeschossniveau miteinander verbunden.
Die Baugrube wird innerhalb einer wasserdichten Umschliessung aus Schlitzwänden ausgeführt, welche die Untergeschosse umgibt. Ein umlaufender technischer Hohlraum trennt die endgültigen Bauwerke von dieser Umschliessung, um mögliche Wassereintritte zu kontrollieren, die Dauerhaftigkeit der erdberührten Wände sicherzustellen sowie die Übertragung von Vibrationen und Körperschall auf sensible Bereiche zu begrenzen.
Die gesamte Untergeschossebene ist als starre monolithische Wanne ohne Dehnfugen konzipiert. Bodenplatte, Wände und Decken bilden ein durchgehendes Tragwerk zur Aufnahme der horizontalen und vertikalen Einwirkungen über den gesamten Gebäudekomplex.
Der Turm mit einer Gesamthöhe von über 108 m, davon 24 m unter Terrain, basiert auf einer Struktur aus Decken, die von den zentralen Kernen, den Innenstützen und den Fassadenstützen getragen werden. Die Deckensysteme wurden optimiert, um die ständigen Lasten zu reduzieren und gleichzeitig Robustheit, Dauerhaftigkeit und Brandschutzanforderungen sicherzustellen. Die Kern- und Erschliessungsbereiche sowie die umlaufenden Randträger zur Aufnahme der Fassaden bestehen aus Stahlbeton. Sie bilden einen steifen Ring, der zur Gesamtstabilität des Bauwerks beiträgt. Zwischen diesen tragenden Betonelementen werden Holz-Beton-Verbunddecken eingesetzt, die Tragwerksleistung, CO2-Effizienz und architektonische Qualität vereinen.
Für das Unterrichtsgebäude gilt dasselbe Tragwerksprinzip.
Bauherrschaft
Office cantonal des bâtiments (OCBA)
Architekt
Burckhardt Architecture SA, Genève
Bauingenieur
INGPHI SA, Lausanne
Erbrachte Leistungen
Wettbewerb, Vorprojekt, Bauprojekt
Technische Daten
Bauvolumen: 200’000 m³
Aushubvolumen: 130’000 m³Realisierungszeitraum
(laufend)










